Hervorragende Einstiegschance mit 100% Potenzial!

12.06.2017 | Artikel über Barrick Gold (CA0679011084) von G. Goldherz

Zusammenfassung

  • Nach dem schwachen 1. Quartal bietet der Kurs ein günstiges Kaufniveau.
  • Kurstreiber ist nicht nur die Unternehmensentwicklung, sondern der starke Goldpreis.
  • Neue Anleger im Goldsektor kaufen immer zuerst den Marktführer, das wirkt sich positiv auf die Bewertung aus.
  • Kurse sollten im 2. Halbjahr deutlich steigen.
  • 30-40% Kurspotenzial auf Sechsmonatssicht.
  • 100% Gewinnpotenzial auf Sicht von 2-3 Jahren.

Einschätzung

Aktie kaufen als langfristige Idee

Jahrelang sah die Bilanz von Barrick Gold relativ bescheiden aus. Das Unternehmen setzte auf ein starkes Produktionswachstum, kaufte viele Projekte ein und erhöhte die Kostenbasis. Erst 2014, dem zweiten Jahr des temporären Gold-Bärenmarktes, innerhalb eines langjährigen Bullenmarktes, korrigierte Barrick seinen Fehler und speckte ab. Prohekte, die nicht zum Kerngeschäft gehörten, wurden verkauft und Schulden abgebaut.

Das führte dazu, dass man sich 2017 schon im dritten Jahr seiner Schlankheitskur befindet und von den weltweit führenden Produzenten, die mit am tiefsten liegenden Förderkosten besitzt.

Barrick Gold ist der weltgrößte Goldproduzent, mit einer für 2017 erwarteten Jahresproduktion zwischen 5,3-5,6 Millionen Goldunzen.

Barrick holt jede Unze Gold für etwa 530 US$ (Cash-Kosten) aus dem Boden und weist somit eine ausserordentlich hohe operative Flexibilität auf, weil der Kapitalzufluss selbst bei schwankenden Goldpreisen relativ stark bleibt. Der Stoßdämpfer bei rückläufigen Goldpreisen ist dementsprechend hervorragend.

Als Analyst muss ich an dieser Stelle dennoch leider einmal darauf hinweisen, dass Barrick Gold wie eigentlich alle Senior-Goldproduzenten relativ trickreich bei der Kalkulation vorgeht und einige Kosten gut versteckt.

Trotzdem ändert dies nicht viel daran, dass Barrick Gold in Relation zu seinen direkten Wettbewerbern trotzdem besser abschneidet.

Quartalszahlen ließen den Kurs purzeln

Beim letzen Quartalsbericht musste der Kurs ein paar Federn lassen. Grund waren die hohen Erwartungen der Analysten, die leicht enttäuscht wurden.

Insgeheim hatten die Marktteilnehmer trotzdem auf einen deutlich besseren Bericht gehofft, denn der Aktienkurs stieg von Jahresbeginn bis Mitte April immerhin um 30%. Der Goldpreis entwickelte sich mit seinem Anstieg von 8% deutlich moderater.

Insofern war zum Jahresanfang relativ viel kurzfristige Begeisterung im Kurs enthalten, die nach der Vorlage der Zahlen wieder deutlich abgebaut wurde. Von über 26 CA$ fiel der Kurs unter 22 CA$. Ein Rückgang von 15%. Diese Korrektur war nach dem starken Anstieg gesund, denn das Tief Ende 2015 lag bei nur 8 CA$.

Ich gehe davon aus, dass dieses Niveau ein relativ stabiler Boden sein dürfte, sofern man davon ausgeht, dass der Goldpreis im 2. Halbjahr >1.300 US$ ausbricht.

Quelle: Stockcharts.com

Ergebnis leicht enttäuschend

Die leicht höheren Förderkosten waren ein missfälligeer Trend, der schon seit dem 4. Quartal absehbar war und im 1. Quartal zu einer AISC-Kostensteigerung von 706 auf 772 US$ führte. Vierstellige Förderkosten sehen optisch nicht schön aus, zumal der Goldpreis sich noch nicht nachhaltig über der 1.200-1.300 US$-Marke etabliert hat und vor einem Jahr noch Kurse von deutlich unter 1.000 US$ als nicht unwahrscheinlich galten.

Außerdem senkte Barrick Gold sein Produktionsziel für das Jahr 2017 um rund 300.000 Unzen. Hier muss man aber einwenden, dass der Großteil dieser Prognoseanpassung auf eine gute Nachricht zurückzuführen war. Den Verkauf eines 50% Anteils an der Veladero Mine in Argentinien, an den neuen chinesischen Partner Shandong Gold Group, der immerhin 960 Mio. US$ in die Kasse spülte.

Zudem will man mit Shandong Gold eine strategische Partnerschaft eingehen, die weitere Projekte in Lateinamerika realsieren sollen. Allen voran natürlich das riesige in den Anden gelegene Pascua Lama Projekt, an der Grenze zu Argentinien und Chile. Dieses rechnet sich erst bei deutlich höheren Gold- und Silberpreisen.

Die Chinesen haben aus geopolitischer Sicht durchaus ein Interesse ihr Standbein in Lateinamerika zu verbessern und ihre wachsenden Goldimporte langfristig zu sichern. Darum kommt eine Partnerschaft mit dem größten Goldproduzenten der Welt wie gerufen.

Darum sehe ich bei der Aktie von Barrick durchaus Chancen! 

Bewertungsverhältnis von Barrick Gold ist günstig

Eine gute Basis für die Bewertung liefert das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV). Dieses erhöhte sich im 1. Halbjahr 2016 von etwa 1 auf 3,5 und steht nun wieder bei knapp über 2. Auf diesem Bewertungsniveau fand die Aktie im Herbst und Winter 2016 eine gewisse Unterstützung. 

Richtig günstig wäre die Aktie zwar erst bei einem KBV ab 1,5 und Kursen von 15 CA$. Ich hielte einen so starken Einbruch jedoch für nicht gerechtfertigt, denn der Goldpreis steht weiterhin vor dem signifikanten Ausbruch über seinen seit 2011 laufenden Abwärtstrend und könnte sich demnächst deutlicher nach oben absetzen.

Teuer wäre Barrick auch erst bei einem KBV von über 3, was immerhin 30% Kurspotenzial bis 30 CA$ ermöglicht.

Kurs-Buchwert-Verhältnis von Barrick Gold signalisiert Günstigkeit

Quelle: YCharts

Die meisten Analysten sehen die Bewertungen auch eher am Boden einer mehrjährigen Spanne. Eine bessere Aussagekraft als das KBV liefert das in Fachkreisen häufig verwendete Kurs-zu-Net-Asset-Value-Verhältnis (P/NAV). Dieses hängt nur deutlich stärker von variablen Kennziffern wie dem Goldpreis und den Kostenschätzungen ab.

Gistorisch schwankt der P/NAV bei den Goldminen zwischen 1 und 3. Gegenwärtig stehen wir beim P/NAV des Sektors bei ungefähr 1.2. Eine exakte Bestimmung ist hierbei gar nicht so entscheidend. Wichtig ist, dass wir uns sehr nahe am Boden, der langfristigen Bewertungsspanne befinden.

Das erlaubt eine langfristige Bodenbildung, zumal die Bewertungen mit steigenem Goldpreis überproportional steigen dürften. Vorausgesetzt die Kosten explodieren nicht stärker. 

Die Durchschnittsbewertung von 2 (1993-2014) erlaubt eine Zunahme der Bewertungen um 60-70%, ohne den Effekt des Goldpreisanstiegs miteinzubeziehen, der selbstverständlich das stärkste Argument für ein Engagement bei den Minenaktien darstellt.

Historisches Preis/Net-Asset-Value Verhältnis bei Goldminen


Quelle: Forbes.com

Mitte bis Ende 2015 kam es noch einmal zu einem signifikanten Boden bei den Goldminenaktien-Bewertungen, mit einem P/NAV von unter 0.8! 

Quelle: RBC Capital Markets Research

Barrick Gold liegt beim P/NAV (Schätzungen von Canaccord Genuity Research) aktuell bei 0.85 und besitzt damit ein im Vergleich zum Sektor - angesichts der günstigsten Förderkosten - ein starkes Wertsteigerungspotenzial von etwa 40%, bis zum Sektordurchschnitt und sogar bis 135%, wenn man sich an den historischen Bewertungsverhältnissen orientiert.

Wir sollten noch berücksichtigen, dass sich die Produktions- und Kostenstrukturen in den letzten 20 Jahren stark verschoben haben und langfristige P/NAV-Bewertungen von 2 eigentlichh nicht mehr zeitgemäß erscheinen. Trotzdem wirken sich die steigenden Goldpreise und die absolut tiefen Zinsen sowie ultratiefen Realzinsen sehr wohl positiv auf den NAV selbst aus, so dass ich mit meiner Erwartung von 40% Kurspotenzial eher am unteren Ende der möglichen Bewertungsspanne liegen dürfte und eher Kurssteigerungen von 50-100% möglich sind.

Fazit

Nach der erfolgreichen Umstrukturierung ist Barrick Gold ist wieder eine qualitaiv hervorragende Aktie. Wenn man sich langfristig an Minenaktien beteiligen möchte und sich nicht an die relativ aussichtsreicheren Junior-Produzenten und Explorer herantraut, dürfte mit Barrick kaum daneben liegen.

Im Vergleich zu anderen Senior-Produzenten, kann Barrick Gold wie kein anderer als größter Vertreter seiner Branche von starken Kapitalzuflüssen profitieren. 

Steigende Aktienkurse und wachsende Bewertungen ziehen traditionell Momentum-Anleger und ETFs an, die sich automatisch bei Barrick Gold beteiligen müssen. Das sorgt für Automatismen, die vergleichbar sind wie beim FAANG-Aktien Effekt.

Wer an eine Neubewertung des Goldes und Minensektors glaubt und seine Positionen nicht jedes Quartal überprüfen möchte, kann bei Barrick Gold kaum einen Fehler machen. Barrick Gold ist ein Name, der als Synonym für den steigenden Minensektor steht. 

Die Kursschwäche des 1. Quartals hat weniger mit echten fundamentalen Gründen zu tun, sondern ist auf Pyschologie und Gewinnmitnahmen zurückzuführen. 

In der nächsten Haussebewegung und insbesondere beim Goldpreisausbruch >1.300 US$ sollte Barrick wieder die Führungsrolle bei den Senior-Goldwerten übernehhmen.

Dies ist ein Gastbeitrag von Goldherz Report: www.goldherzreport.de
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Offenlegung von eigenen Positionen

Ich halte keine Position (direkt oder über Derivate) in der in dem Artikel behandelten Aktie.

Offenlegung von Geschäftsbeziehungen

Ich habe diesen Artikel selbst geschrieben und meine eigene Meinung wiedergegeben. Ich erhalte keine Vergütung für diesen Artikel (außer ggf. von Spekunauten). Ich habe keine Geschäftsbeziehungen mit einem der im Artikel genannten Unternehmen.

    Kommentare (1)

  • Schakal vor 4 Monaten

    Langfristig ein " Top Pick "