Weiter im Steigflug, der langfristige Zyklus ist noch lange nicht zu Ende!

26.10.2017 | Artikel über Boeing (US0970231058) von HBMännchen

Zusammenfassung

  • In der Luftfahrtbranche dauern die Auf- bzw. Ausrüstungzyklen in der Regel ca. 10 Jahre
  • Der aktuelle Zyklus begann im Jahr 2010, bis ca. 2020 kann die Aktie also noch steigen
  • Als Schwergewicht im Dow Jones (Gewichtung nach Aktienkurs!) nutzen Institutionelle die Aktie gerne

Einschätzung

Aktie kaufen als kurzfristige Idee

Unternehmensprofil

Boeing ist ein global agierender Luft-, Raumfahrt- und Rüstungskonzern mit Kunden in mehr als 150 verschiedenen Ländern. Zur umfassenden Produktpalette des Unternehmens gehören neben zivilen Luftfahrzeugen wie den Modellen 747 ("Jumbo Jet"), 767, 777, 787 auch Kampfflugzeuge wie die F/A-18E/F Super Hornet, F-15E Strike Eagle, militärische Transportflugzeuge wie die C-17 Globemaster, verschiedene militärische Hubschrauber (A160 Hummingbird, AH-64 Apache, CH-47 Chinook) sowie Raketen, Weltraumraketen, Satelliten, integrierte Verteidigungssysteme usw. Als Servicepartner der NASA ist Boeing betreibt Boeing zudem die Internationale Raumstation ISS und ist traditionell für das Flugzeug des US-Präsidenten ("Air Force One") zuständig. Darüber gab es zuletzt dann auch einen kleinen Disput mit US-Präsident Donald J. Trump, der via Twitter die zu hohen Kosten kritisierte. Innerhalb kurzer Zeit gelang es dem Management von Boeing jedoch die Wogen zu glätten.

 

Zukunftsaussichten: bis 2020 noch alles im grünen Bereich!

Der militärische Bereich läuft bei Boeing, wie bei den meisten Rüstungskonzerne (z.B. Lockheed Martin oder Raytheon), nicht gerade sensationell, ist dafür aber konstant gut. In erster Linie kommt es für das Wachstum aber auf den zivilen Bereich an. Hier gibt es jedoch langfristige Zyklen. Geht es den Fluggesellschaften nicht so gut, setzen diese weniger auf neue Flugzeuge, sondern eher auf Renovierung/Restaurierung alter Maschinen. In einer solchen Phase laufen die Geschäfte bei Boeing und Co. eher schleppend. Eine solche Phase hatten wir zuletzt bis ca. 2010, besonders in der Finanzkrise wurde natürlich stark auf die Kosten geschaut.

Diese Schwächephasen wechseln sich jedoch immer wieder mit Boomphasen ab. In eine solche Boomphase ist der Sektor ab ca. 2010 wieder eingetreten. In der Regel laufen solche Zyklen ca. 10 Jahre. Da der aktuelle Boom 2010 begonnen hat, könnte der aktuelle Zyklus noch bis 2020 anhalten. Schaut man sich den Kursverlauf von Fluggesellschaften wie der Lufthansa an, erkennt man leicht, dass der Boom aktuell noch nicht zu Ende gehen dürfte.

 

Umsatz- und Gewinnentwicklung in Vergangenheit und Zukunft

Schauen wir uns mit diesem Wissen im Hinterkopf mal die Umsatz- und Gewinnentwicklung der letzten Jahre sowie die zukünftigen Erwartungen an. Diese habe ich natürlich abgeschätzt, orientiere mich jedoch dabei eng an den Konsenserwartungen der Analysten.

Geschäftsjahr (per 31. Dezember) 2014 2015 2016 2017e 2018e 2019e
Jahresumsatz (in Mrd. USD) 90,76 96,11 94,57 92,18 93,52 95,04
Umsatzwachstum +4,8% +5,9% -1,6% -2,5% +1,5% +1,6%
Gewinn je Aktie (in USD) 7,39 7,44 7,62 10,08 10,95 12,58
Gewinnwachstum +24,2% +0,7% +2,4% +32,3% +8,6% +14,9%

Quelle: Google Finance und eigene Schätzungen


Somit weist die Aktie auf Basis der 2017er Umsatz- und Gewinnschätzungen ein KUVe von ca. 1,66 sowie ein KGVe von ca. 25 auf. Dies erscheint auf den ersten Blick hoch, zumal der Umsatz zuletzt ja nicht gewachsen ist. Allerdings liegt das daran, dass das Management den Konzern auf Profitabilität getrimmt hat. Somit würde das KGVe auf Basis meiner, übrigens sehr niedrigen, Gewinnerwartung für 2019e schon auf nur noch rund 20 sinken. Dies ist angesichts des starken Gewinnwachstums zuletzt alles andere als zu hoch. Dies zeigt schon ein Blick auf die Peer Group, der große europäische Widersacher wird zurzeit nicht viel niedriger bewertet.

 

Fundamentale Bewertung: es gibt noch etwas Luft nach oben!

Ich würde Boeing auf Basis meiner Gewinnschätzungen auch auf Basis der 2019er Gewinnschätzungen ein KGVe von bis zu 25 zugestehen. Tut man dies, so errechnet sich ein fundamental fairer Wert für die Aktie in Höhe von 314,50 US-Dollar. Sicherlich wird die Aktie dieses Kursziel nicht über Nacht erreichen, aber auf Sicht von 12-18 Monaten erscheint dies erreichbar. Zur Absicherung würde ich einen Stoppkurs knapp unterhalb von 235,00 US-Dollar platzieren, ich würde diesen hier konkret bei 232,78 US-Dollar setzen. Auch beim Kursziel wäre ich aber einen Tick vorsichtiger und "nur" 300,00 US-Dollar anvisieren.

 

Charttechnik: Die Kursrally läuft noch etwas weiter!

Boeing (NYSE: BA), Chart, 1 Jahr (in US-Dollar) (Quelle: comdirect)


Wie man diesem Chart entnehmen kann, befindet sich die Aktie weiter im Steigflug und konnte zuletzt - nach Vorlage guter Quartalszahlen inkl. einer Prognoseanhebung - weiter zulegen. Damit ist bereits ein Kaufsignal mit Kursziel 300,00 US-Dollar aktiv. Wie bereits erwähnt, würde ich einen Stoppkurs unterhalb von 235,00 US-Dollar platzieren, um mich gegen mögliche Kursverluste zu "versichern".

 

Fazit: über 300 US-Dollar wird die Luft langsam dünn!

Boeing ist bereits seit einiger Zeit ein Momentumwert, was auch seine Berechtigung hat. Denn das Unternehmen befindet sich in einem klaren positiven Zyklus, der auch noch bis 2020 anhalten sollte. Allerdings schaut die Börse in der Regel 6-12 Monate in die Zukunft, so dass es ab 2019 kritischer wird. Bis dahin aber kann die Aktie noch ein Momentumwert bleiben und sollte noch ein Kursziel von 300,00 US-Dollar abarbeiten. Gegebenenfalls geht auch noch etwas mehr, wenngleich die fundametale Bewertung Kurse über 300,00 US-Dollar nur noch schwer rechtfertigen würde. Aber man kennt das ja, Stichwort: Spekulationsblase.

Selbst wenn die Anleger aber rational bleiben, bietet der Titel auf Sicht von 6-12 Monaten somit noch eine Kurschance von gut +16%, zzgl. einer Dividende von ca. 2,2% im Jahr. Ich finde, dass kann sich sehen lassen, zumal ja noch die Aussicht auf etwas mehr besteht, wenn es doch zu einer kleinen "Bubble" käme. Zwar steigt man bei Boeing schon sehr spät ein, noch aber ist es nicht zu spät. Darum bewerte ich die Aktie auch noch positiv!

Offenlegung von eigenen Positionen

Ich halte keine Position (direkt oder über Derivate) in der in dem Artikel behandelten Aktie.

Offenlegung von Geschäftsbeziehungen

Ich habe diesen Artikel selbst geschrieben und meine eigene Meinung wiedergegeben. Ich erhalte keine Vergütung für diesen Artikel (außer ggf. von Spekunauten). Ich habe keine Geschäftsbeziehungen mit einem der im Artikel genannten Unternehmen.

Kein Spekunaut hat diese Aktie im Portfolio

Zum Portfolio hinzufügen

    Kommentare (0)