Diese Lithium-Perle steht vor Produktionsaufnahme und Vervielfachung

20.06.2017 | Artikel über Altura Mining (AU000000AJM9) von Turtle

Zusammenfassung

  • Eklatante Unterbewertung im Vergleich zur Konkurrenz
  • Der Fahrplan steht: Produktion im ersten Quartal 2018
  • Sammeln auf günstigem Niveau vor abschließender Kapitalmaßnahme möglich

Einschätzung

Kaufen Langfristige Anlage

In Fachkreisen gilt es nahezu sicher, dass mit Altura Mining der nächste Lithium-Produzent aus Australien stammen wird. Dennoch ist die ehemals auf Kohle spezialisierte Minengesellschaft im Lithiumsektor noch weitgehend unbekannt - obwohl prädestiniert für eine massive Neubewertung.

Bei einem Blick auf die aktuelle Börsenbewertung von knapp über 200 Millionen australischen Dollar (AUD) scheint die Aktie ein Schnäppchen zu sein. Der Kurs befindet sich knapp 50% unter dem Hoch des vergangenen Jahres. Das dürfte sich bald ändern. 

Altura wird zur Cash-Cow

Der Produktionsstart ist für das erste Quartal 2018 anvisiert. Bisher schreitet der im März dieses Jahres begonnene Bau der Produktionsstätte bzw. Minenanlage gemäß dem Zeitplan voran. 

https://www.youtube.com/watch?v=SCAQjSfsrzA Der Baufortschritt wird deutlich - Inzwischen sind die Betonsockel für die Produktionsanlage gegossen

Für die Dauer des Minenlebens rechnet Altura mit einem durchschnittlichen EBITDA von 92 Millionen AUD. Als Grundlage dieser Schätzung dient ein Lithium-Spodumen-Preis von 539 US-Dollar (USD) pro Tonne. Aus aktueller Sicht ist diese Kalkulation unrealistisch niedrig angesetzt, da produzierende Mitbewerber wie Galaxy Resources für 2017 830 USD (1088 AUD) für ein minderwertigeres Produkt, wie es Altura herstellt, kassieren. Ein geeigneterer Bezugspunkt ist der Abnahmevertrag des angehenden Produzenten Tawana Resources, denen für 2018 880 USD pro Tonne (1160 AUD) von chinesischen Partnern für ein gleichwertiges Produkt vertraglich zugesichert werden.  

Realistisch betrachtet dürfte sich der freie Cashflow Alturas bei gegenwärtigen Preisen wie auch der Nettogewinn im dreistelligen Millionenbereich (AUD)bewegen. So rechnen die im australischen Bergbau-Sektor renommierten Analysten von Beer & Co. für das erste Jahr mit voller Produktionsauslastung mit einem freien Cashflow in Höhe von 121 Millionen AUD – bei einem Spodumen-Preis von 725 USD pro Tonne (950 AUD). Selbst diese Kalkulation entspricht einem 20-Prozentigen Discount auf den aktuellen Marktpreis.

Folgendes Rechenbeispiel veranschaulicht die extreme Profitabilität: Die Förderkosten inkl. Shipping aber ohne Royalties, Zinsen, Abschreibungen und Steuern betragen 316 AUD pro Tonne. Legt man diese Kosten auf die Produktion einer Tonne um, so erhält man letztendlich einen Produktionspreis von circa 590 AUD (450 USD). Bei einem Spodumen-Preis von 600 USD ergibt sich somit ein Nettogewinn von circa 45 Millionen AUD. Der aktuelle Marktpreis von 900 USD pro Tonne würde Altura einen Gewinn nach Steuern, Zinsen und Abschreibungen von mehr als 130 Millionen AUD bescheren. 

Top-Analyst mit Hammer-Kursziel 

Den fairen Wert Alturas bei Produktionsaufnahme sieht Beer & Co. bei 0.335 AUD. Gegenüber dem aktuellen Kurs (0.135) entspräche das einem Aufwärtspotential von knapp 150 Prozent. Zwar orientiert sich das Kursziel am akkumulierten Cashflow über zehn Jahre, dennoch sind die der Rechnung zugrunde liegenden Lithiumpreise sehr konservativ angesetzt. Fakt ist:

Der in den Endprodukten Lithiumcarbonat und –hydroxid gemessene Lithiumpreis zog nach dem rasanten Preisanstieg 2015 im laufenden Jahr wieder leicht an, nachdem er sich 2016 auf hohem Niveau stabilisiert hatte. Die Mangel an angehenden Producern und deren Startschwierigkeiten (siehe Orocobre) gepaart mit einer hohen Nachfragedynamik auf chinesischer Seite aufgrund massiver Kapazitätsausweitungen der dortigen Batterieproduktion machen eine größere Preiskorrektur unwahrscheinlich.   

Nichtsdestotrotz dürfte Altura auch bei Spodumen-Preisen, die deutlich unter derzeit gezahlten Marktpreisen liegen, außerordentlich profitable Margen vorweisen wie oben genannte Zahlenbeispiele zeigen. 

Management selbst massiv investiert

Das Altura-Management besitzt rund 18 Prozent der Aktien am Unternehmen, die Top 20 Shareholder rund 65 Prozent. Das zeigt die gefestigte Aktionärsstruktur. Zudem genießen die teils seit Kohleförder-Zeiten investierten Großaktionäre einen Ruf als treu und loyal und trennten sich nicht einmal von ihren Anteilen als das Unternehmen in der Neuausrichtungsphase 2015 unter 1 australischen Dollar-Cent fiel. Das ist kaum verwunderlich, gehört das Altura-Management zur Sorte ‚Under-promise and over-deliver’. Die chronische Zurückhaltung des Unternehmens am Kapitalmarkt dürfte auch ein Grund dafür sein, dass die Bekanntheit Alturas vornehmlich auf Experten-Kreise beschränkt ist.   

Viele gute Gründe für ein Investment

Institutionelle Anleger bezahlten im Juni vergangenen Jahres im Rahmen eines Public Offering 0.20 Cent pro Aktie. Das Placement war vielfach überzeichnet. Unter anderem verwendete Altura das Geld um Long-lead-items der Produktionsanlage zu sichern, deren Herstellung mehrere Monate in Anspruch nimmt. Auch wegen der vorausschauenden Handlungsweise ist Altura einen signifikanten Schritt weiter als der berühmte ‚große Bruder’ und Pilgangoora-Nachbar Pilbara Minerals. Diese bringen trotz des zeitlichen Rückstands (Bau der Produktionsanlage wurde noch nicht begonnen) und nur ein Drittel mehr an geplanter Produktionsmenge für die ersten drei Jahre (bei vergleichbaren Margen) nach der jüngsten Kapitalerhöhung fast die dreifache Marktkapitalisierung (570 Millionen AUD) auf die Waage. 

Attraktive Bewertung im Vergleich zur Peer-Group

Im Vergleich zu denen in Lithium-Sektor bestens bekannten (angehenden) Produzenten Pilbara Minerals, Nemaska Lithium, Galaxy Resources und Orocobre verfügt Altura über ein weitaus besseres Chancen-Risiko-Profil. Dies wird einerseits durch den zeitlichen Vorsprung Alturas deutlich, der sich paradoxerweise in einer Unterbewertung des Börsenwerts niederschlägt.   

Mit Galaxy Resources ein weiteres Produzenten-Pendant, der eine direkte Vergleichbarkeit ermöglicht. Galaxy weist bei einem geschätzten EBITDA von 39 Millionen AUD und einem Nettoprofit von 17 Millionen AUD für 2017 einen Börsenwert von 650 Millionen AUD auf – und das nach dem jüngsten Kurssturz von 2,47 auf 1,64 AUD. Ähnlich ambitioniert ist der ebenfalls im ASX als Heimatbörse gelistete, aber in Argentinien tätige Brine-Produzent Orocobre. Zwar besteht bei Orocobre wie auch bei Galaxy erhebliches Expansionspotential, dennoch scheint bei der aktuellen Marktkapitalisierung von deutlich über 750 Millionen AUD schon einiges eingepreist zu sein. Der Nettogewinn betrug in den ersten 6 Monaten des laufenden Geschäftsjahres 7,4 Millionen USD.

Sollte Altura in diese Bewertungsrelationen vorstoßen, wäre das wohl unmittelbar mit einem Kursfeuerwerk verbunden. Ein Zeichen der Unterbewertung Alturas ist, dass es den kürzlichen Kursrutsch im Lithium-Sektor (Orocobre verlor vom 13. bis 15. Juni rund 10%) nicht im Ansatz mitmachte. Der nicht vorhandene Verkaufsdruck dürfte ein Indiz dafür sein, dass der Markt Altura momentan am Minimum bewertet sieht.

Klarer Fahrplan 

Für Altura gilt es nun, das angekündigte Debt Financing in Höhe von rund 100 Millionen AUD in trockene Tücher zu bringen um die Minen-Finanzierung abzuschließen. Darüber hinaus ist geplant, das bisher unverbindliche Off-Take-Agreement mit Optimum Nano auf rechtlich bindend zu stellen. Letzteres dürfte jedoch nur eine Frage der Zeit sein, da Shaanxi J&R Optimum Energy (3,4 Milliarden USD Marktkapitalisierung), die vor wenigen Monaten Optimum Nano übernahmen, im Rahmen eines Equity Deals zum Jahreswechsel zum Großaktionär von Altura aufgestiegen sind und 20% an Altura halten. Besonders spannend ist dabei die Tatsache, dass Optimum Nano ein Unternehmen mit starken Wachstumsabsichten ist. Alleine im laufenden Jahr will der chinesische Lithium-Ionen-Batterien-Produzent seine Kapazität von 12 auf 20 GWh ausweiten.

 

Fazit: Aktuell scheint der Markt Altura noch einen unerklärlichen Discount zuzugestehen. Das ist wohl dem Umstand geschuldet, dass die knapp 100 Millionen AUD via debt funding in trockene Tücher gebracht werden müssen. Nach Angaben des Managements soll dies bis zum 30. Juni geschehen. Eine Verwässerung der bestehenden Aktionäre sollte sich – wenn überhaupt – in einer überschaubaren Größenordnung (ca. 20 Millionen AUD) halten.

In den Folgemonaten, insbesondere in den Herbst hinein, dürfte mit einer sukzessiven Anpassung des Aktienkurses an den fairen Wert zu rechnen sein. Der aktuelle Kurs bietet mMn ein attraktives Einstiegsniveau mit der Chance auf einen Vervielfacher in relativ kurzer Zeitspanne. Denn eins ist klar: Sollte Altura den Zeitplan bis zur Produktionsaufnahme einhalten, ist bei den zugrunde liegenden Bewertungsrelationen eine zeitnahe Neubewertung der Aktie unumgänglich.   

Offenlegung von eigenen Positionen

Ich halte eine Long-Position (direkt oder über Derivate) in der in dem Artikel behandelten Aktie.

Offenlegung von Geschäftsbeziehungen

Ich habe diesen Artikel selbst geschrieben und meine eigene Meinung wiedergegeben. Ich erhalte keine Vergütung für diesen Artikel (außer ggf. von Spekunauten). Ich habe keine Geschäftsbeziehungen mit einem der im Artikel genannten Unternehmen.

    Kommentare (3)

  • Blaues Hufeisen vor über 2 Jahren

    DANKE, ein wirklich schöner Artikel.

    Australien hält leider auch oft den Rekord bei der Ausgabe druckfrischer Aktien... Das schreckt viele strategisch denkende Investoren ab. Ein Teufelskreislauf: Um überhaupt Anlagegelder zu bekommen, müssen die Australier immer wieder billige Aktien ausgeben... Schade, denn die Projekte sind oft erstaunlich gut.

  • Turtle vor über 2 Jahren

    Danke für die Blumen! ;)

    Ja in der Tat, den Eindruck habe ich auch des Öfteren. V.a. logischerweise im großen Bergbau-Sektor. Woran das liegt, keine Ahnung. Mangelnde Transparenz würde ich ausschließen. Tendenziell würde ich sagen, dass Australien auf dem Radar vieler Investoren eher im Hintergrund ist und v.a. was Minen angeht der Fokus doch eher auf Explorer/Juniors in CAN/US liegt.

    Was speziell Altura betrifft, dort ist es eher die mangelnde IR-Arbeit bzw. Präsenz auf Roadshows etc. PLS bspw. ist produktionsmäßig auf ähnlichem Niveau, hat aber i.d.R. 10-20x so hohe Tagesumsätze.

  • Spekulatius vor über 2 Jahren

    Vielen Dank für den tollen Artikel und den guten Hinweis! Ich finde es immer wieder erstaunlich, welche Unterbewertungen insbesondere in Australien zu finden sind...Ist der Markt da einfach nicht so transparent oder warum ist das so?