Spritzen ade?

17.04.2019 | Artikel über Vaxart Inc (US92243A2006) von rotten.tom

Zusammenfassung

  • Geplante Verpartnerung des BARDA geförderten Influenza Impfstoffs
  • "VAAST Plattform" ermöglicht Erzeugung von Impfstoffen in Tablettenform
  • Impfstoff gegen Norovirus Infektionen mit Multimilliarden-Potenzial

Einschätzung

Kaufen Kurzfristige Anlage

Vaxart (NASDAQ:VXRT), ein clincial-stage Biotechunternehmen, welches mit seiner Vaccine-Plattform auf Adenoviren spezialisiert ist, notiert nach zwei kürzlich durchgeführten Kapitalerhöhungen derzeit am Jahrestief (Schlusskurs 16.04.2019: $ 0,82).

Die Besonderheit ihrer VAAST[tm] Plattform ist die Erzeugung von Impfstoffen in Tablettenform. Die orale Verabreichung hat im Gegensatz zu Injektionen, neben der einfachen Distribution, den Hauptvorteil der breiteren Akzeptanz bei den Patienten. Dadurch hat sich Vaxart das Ziel gesetzt, den Multimilliarden-Vaccine-Markt aufzumischen und die Impfraten deutlich zu erhöhen.

Dieses Potenzial hat die US-Gesundheitsbehörde BARDA bereits erkannt und fördert das Influenza Vaccine Program seit 2015 aktiv. Aktuelle Daten zum Influenza Programm sind hier nachzulesen.

Zugpferd ist jedoch deren oraler Impfstoff gegen Norovirus Infektionen (bei uns u.a. bekannt als Magen-Darm-Grippe), dem sie, laut Company Presentation, ein US-Marktpotenzial von mehr als 3 Milliarden USD pro Jahr zurechnen. Wichtig dabei anzumerken: Bislang gibt es weltweit keinen zugelassenen Impfstoff gegen Norovirus Infektionen. Es sind jedoch mehrere Trials am Laufen, wobei sich einige (z.B. Takeda) in einem fortgeschritteneren Stadium befinden. Hier die aktuellsten Daten zum Vaxart Trial.

Der Börsengang Vaxarts erfolgte im Februar 2018 nicht traditionell über ein IPO, sondern über einen Reverse Merger mit Aviragen Therapeutics. Neben dem Börsenmantel wurden auch zwei antivirale Mittel gegen Influenza übernommen, welche an die beiden Pharma-Größen GlaxoSmithKline (Relenza[tm]) und Daiichi Sankyo (Inavir[tm]) auslizensiert sind und bereits vermarket werden. Die restlichen drei antiviralen Wirkstoffe aus der Aviragen Pipeline wurden nach einem Fail (Teslexivir) eingestellt.

Hier nun die Übersicht zum aktuellen Stand der Pipeline:

Die Einstellung der sich in der Forschung befindlichen Aviragen-Pipeline sowie die eingangs erwähnten Kapitalerhöhungen waren die Haupttreiber für die Kurseinbußen Vaxarts, die zum aktuellen Jahrestief geführt haben.

Zur aktuellen Marktbewertung: Im Jahresbericht wurden per 04.02.2019 7,14m outstanding shares angegeben. Im Rahmen der beiden letzten Kapitalerhöhungen wurden insgesamt 10,30m neue Shares ausgegeben (pre-funded warrants inkludiert). Somit kommen wir bei einem Schlusskurs von $0,82 auf eine Marktkapitalisierung von rund $14m.

Zum Vergleich: Im Oktober 2018 wurde Vaxarts Netto-Vermögen alleine auf $90m geschätzt. Einen Monat vor der Durchführung des Reverse Mergers wurde Vaxart sogar ein potentieller Unternehmenswert in Höhe von $158m zugerechnet.

Um die Unterbewertung zu visualisieren, kann man nun als Zielwert den geschätzten unteren Unternehmenswert von $90m heranziehen und diesen durch die Anzahl der aktuell ausstehenden Aktien inkl. aller Warrants aus der letzten Kapitalerhöhung (17,44m shares + 9,09m warrants) dividieren (Over allotment Option außen vorgelassen).

Zur aktuellen Unterbewertung ist zudem anzumerken, dass sich sogar Insider bei der letzten Kapitalerhöhung (zu $ 1,10) beteiligt haben: Director - Michael Finney und CMO - Sean Tucker

Auf der Gegenseite ist zu bemerken, dass sich Vaxart’s Pipeline noch im Frühstadium befindet, bis zur Vermarktung weitere Kapitalerhöhungen zu erwarten sind und ein Totalverlustrisiko besteht, wenn negative Daten zu Impfstoffen aus der VAAST[tm] Plattform ausgelesen werden.

Nach den letzten beiden Kapitalerhöhungen ist Vaxart bis mind. Anfang 2020 durchfinanziert. Bis dahin sind noch einige Catalysts zu erwarten. Hier einige Beispiele:

 

FAZIT: VXRT ist auf aktuellem Niveau eine interessante Tradingchance (auf Jahressicht). Bei der Wahl der Positionsgröße sollte man jedoch auch den potentiellen Totalverlust miteinkalkulieren.

 

Interessenkonflikt: Der Autor hält Aktien des besprochenen Unternehmens und beabsichtigt, die Aktien – je nach Marktsituation auch kurzfristig – zu kaufen oder zu veräußern und könnte dabei von erhöhter Handelsliquidität profitieren. Somit besteht konkret und eindeutig ein Interessenkonflikt.

Offenlegung von eigenen Positionen

Ich halte eine Long-Position (direkt oder über Derivate) in der in dem Artikel behandelten Aktie.

Offenlegung von Geschäftsbeziehungen

Ich habe diesen Artikel selbst geschrieben und meine eigene Meinung wiedergegeben. Ich erhalte keine Vergütung für diesen Artikel (außer ggf. von Spekunauten). Ich habe keine Geschäftsbeziehungen mit einem der im Artikel genannten Unternehmen.

    Kommentare (2)

  • RJ vor ungefähr 5 Monaten

    Schön mal wieder ein Artikel von einem Mitglied zu lesen. Du hast das gut gemacht, weiter so.

  • Da_Bua vor ungefähr 5 Monaten

    Sehr guter Bericht, Danke. Ohne Spritzen ist super für Nadelhasser:-)