Der einzige verbliebene Solarwert im TecDAX

25.07.2017 | Artikel über SMA Solar Technology (DE000A0DJ6J9) von MMeier

Zusammenfassung

  • Die Solarbranche hat harte Jahre hinter sich
  • Insbesondere die deutschen Solarunternehmen hatten es schwer und sind reihenweise vom Markt verschwunden
  • Der Weltmarktführer für Wechselrichter aus Niestetal bietet nun aber Kurspotenzial

Einschätzung

Aktie kaufen als langfristige Idee

Es gab mal eine Zeit, nach Ende des Neuen Marktes, aber so lange ist es auch noch nicht her, da nannte man den TecDAX schlicht und einfach SolarDAX. Denn der Index bestand in erster Linie aus den Aktien zahlreicher deutscher Solarfirmen. Leider verschwanden diese in den letzten Jahren, meistens durch Insolvenz, nach und nach von der Bildfläche. Ich erinnere in diesem Zusammenhang nur mal an die Pleiten von Conergy, Q-Cells oder zuletzt Solarworld.

Auch die Aktie der im hessischen Niestetal (bei Kassel) ansässigen SMA Solar Technology AG erwischte es hart. So fiel die Aktie des Weltmarktführers für Wechselrichter (diese wandeln den von Solarmodulen produzierten Gleichstrom in den typischen Wechselstrom um) von Kursen über 100 Euro - zu denen übrigens die Analysten von Goldman Sachs noch zum Kauf bliesen - zeitweise auf weniger als 20 Euro zurück. Nachdem es aber im Jahr 2015 wieder etwas besser lief, stieg die Aktie zwischenzeitlich immerhin wieder auf mehr als 50 Euro. Unterstützend wirkte dabei sicherlich auch der Einstieg der norwegischen Danfoss Gruppe als neuer Großaktionär im Jahr 2014. Zumal Danfoss der Gesellschaft bis zum heutigen Tag die Treue hält.

Aktie liefert Kaufsignal mit Kursziel 35 Euro

Nachdem man jedoch bereits Anfang/Mitte 2016 und insbesondere im Jahr 2017 mit neuen, kleinen Hiobsbotschaften aufwarten musste (Stichwort: Gewinnwarnung), ging es wieder gen Süden. In den letzten Wochen und Monaten aber gelang es dem Titel dann immerhin die wichtige charttechnische Unterstützung bei 23 Euro zu verteidigen. In den letzten Tagen sprang der Wert schließlich an und knackte dabei die charttechnischen Widerstände bei 25, 26 sowie zwischen 27 und 28 Euro. Dadurch ist nun ein Kaufsignal mit erstem Kursziel 35 Euro aktiv.

Diese 35 Euro sind dabei aus meiner Sicht aber nur ein erster Schritt. Denn grundsätzlich funktioniert das Geschäftsmodell des Unternehmens - und daher wird man wohl auch noch länger Weltmarktführer im Bereich Wechselrichter bleiben. Folglich sind hier nach einer kleinen Zwischenkonsolidierung weitere Kursgewinne in Richtung 42 Euro und später auch noch 50 Euro möglich. Vor diesem Hintergrund halte ich hier aktuell jeglichen Rücksetzer in Richtung 30 Euro oder leicht darunter für eine gute Einstiegs- oder Nachkaufgelegenheit. Ein Stoppkurs unterhalb von 27 Euro sollte die Position allerdings absichern. Denn Solarwerte sind bekanntlich sehr volatil.

Offenlegung von eigenen Positionen

Ich halte eine Long-Position (direkt oder über Derivate) in der in dem Artikel behandelten Aktie.

Offenlegung von Geschäftsbeziehungen

Ich habe diesen Artikel selbst geschrieben und meine eigene Meinung wiedergegeben. Ich erhalte keine Vergütung für diesen Artikel (außer ggf. von Spekunauten). Ich habe keine Geschäftsbeziehungen mit einem der im Artikel genannten Unternehmen.

Kein Spekunaut hat diese Aktie im Portfolio

Zum Portfolio hinzufügen

    Kommentare (2)

  • MMeier vor ungefähr 2 Monaten

    Die 35 Euro sind abgearbeitet, das nächste Kursziel von 42 Euro wird nun angegangen. Danach sollten auch noch die 50 Euro folgen. Drin bleiben und jede Schwäche (nach)kaufen!!

  • Ray123 vor 3 Monaten

    Mit den Wechselrichtern von SMA verbindet man immer auch Qualität made in Germany. Solange das so bleibt ist Aktie auf diesem Niveau auch meiner Meinung nach ein Kauf.

    MMeier vor 3 Monaten

    Absolut richtig. Dennoch wäre Solaredge eine Alternative.

    Das Konzept der beiden Unternehmen ist allerdings verschieden. Denn bei den Wechselrichtern von Solaredge (Mikro-Wechselrichter) wird an jede Solarzelle ein Wechselrichter angeschlossen. Vorteil: Geht mal einer kaputt, fällt nur sehr wenig aus (eine einzelne Solarzelle eben).

    Die SMA-Wechselrichter kommen hingegen an jedes Modul, was den Ausfall eines ganzen Moduls bei einem Defekt zur Folge hat. Darum ist SMA auch ein wenig zur Qualität verdammt. Aber das haben sie bisher ganz gut hinbekommen und selbst Danfoss (Großaktionär) vertraut ihnen.

    Zumal auch die Mikro-Wechselrichter von Solaredge nicht die perfekte Lösung sind, wie sie es auf den ersten Blick scheinen. Denn natürlich muss man ja auch dort irgendwann die defekten Teile mal tauschen und das ist natürlich bei vielen kleinen Teilen aufwendiger als wenn man nur ein großes Teil austauschen muss. Alles hat eben immer seine zwei Seiten!! ;)

    Ray123 vor 3 Monaten

    Sehr interessant. Solaredge hatte ich gar nicht auf den Schirm, danke für den Tipp :)

    MMeier vor 3 Monaten

    Gerne!!