Am Lithiumboom partizipieren

16.01.2019 | Artikel über Orocobre (AU000000ORE0) von Bluestar Airlines

Zusammenfassung

  • eine der wenigen Möglichkeiten vom Lithium-Boom mit einem kleineren Qualitätstitel direkt zu profitieren
  • Unternehmen zeigt, dass es profitabel wirtschaften kann
  • neue Lithiumexplorationen versprechen kurzfristig Pontential
  • Kooperationen mit namhaften Partnern wie Toyota Tsusho

Einschätzung

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Die Bedeutung des Alkalimetalls Lithium

Lithium war 1991 einer der großen Hits der amerikanischen Grunge-Band Nirvana. Der Titel spielte wohl aber auf die antidepressiven Eigenschaften des Alkalimetalls bzw. seiner Ionen/Verbindungen an und damit der Verwendung in der Medizin. Im gleichen Jahr kommerzialisierte Sony aber auch die Lithium-Ionen-Batterie, die bis heute noch effektivste Entwicklungsstufe von Batterien. Denn Lithium ist nach wie vor das Material mit der geringsten Dichte und dem größten elektrochemischen Potential und damit dem günstigsten Energie/Gewichts-Verhältnis für die Herstellung von Batterien.

Über 20 Jahre später zeichnet sich ein neuer weltweiter Trend ab, der Übergang zur Elektromobilität. Hersteller wie Tesla, aber auch immer mehr die klassischen Autobauer entwickeln Fahrzeuge, die mit wiederaufladbaren Batterien betrieben werden. Selbstverständlich nutzt man dafür die effektivsten Batterien, nämlich Lithium-Ionen Batterien.

Sollte sich dieser Trend fortsetzen, oder gar zukünftig die Ablösung des Verbrennungsmotors anstehen, so wird sich die Nachfrage nach Lithium noch vervielfachen. Aber auch die anderen Anwendungsgebiete für Lithium sind vielfältig, in Batterien für Mobiltelefone (Lithium-Polymere), in der Medizin, in der Chemie, für Klimaanlagen oder in der Luft- und Raumfahrt werden Lithiumverbindungen eingesetzt.

Lithium Anwenungsbereiche, Quelle: USGS Mineral Resources

 

Lithium kommt in der Erdkruste mit einem Anteil von etwa 0,006% vor, damit etwas seltener als bspw. Zink und Kupfer, aber etwas häufiger als bspw. Blei und Zinn. Das große Problem ist jedoch seine im Gegensatz zu vielen anderen Metallerzen größere Verteilung. Damit ist die Förderung aufwändiger.

Diese Umstände zeigten sich auch in der Entwicklung des Lithiumpreises, der sich seit Anfang der 2000er Jahre bis ins Jahr 2018 mehr als verzehnfacht hat, von ca. 2000 USD je Tonne (2002) auf mehr als 20.000 USD je Tonne.

Allerdings kam es im Jahr 2018 zu einem markanten Rückgang des Preises, der auf Ängste eines möglichen Überangebotes zurückgeführt wird:

Quelle: Reuters

Dieser Preisrückgang ging auch an der im Folgenden betrachteten Orocobre Ltd. nicht vorbei und es bieten sich nunmehr günstige Einstiegschancen, um vom Zukunftsmetall Lithium zu profitieren.

Wie im Lithium-Markt chancenreich partizipieren? - Orocobre Ltd. (WKN:A0M61S)

Orocobre ist direkt und mehrheitlich in der Lithiumförderung aktiv und betreibt eine Reihe von entsprechenden Explorationen. Hauptsitz des Unternehmens ist Brisbane/Australien. Die meisten Lithiumförderprojekte werden direkt, oder über Anteile an Tochterfirmen und Joint Ventures in Argentinien, dem Land mit den weltweit größten Lithiumvorkommen, betrieben.

Das „Flaggschiff“ ist das ebenfalls in Argentinien langfristig aufgebaute Salar de Olaroz-Projekt. Nach sieben Jahren Planung, Entwicklung, Konstruktion und Indienststellung wurde im April 2015 das erste Lithiumcarbonat verkauft. Die Förderung/Ausbeute konnte seitdem kontinuierlich gesteigert werden. Auch eine Tochter des Toyota-Konzerns ist an diesem Projekt mit 27% beteiligt.

Neben diesen Lithiumexplorationen betreibt Orocobre ebenfalls in Argentinien eine Borax-Förderung/Produktion und hat somit noch ein zweites Standbein. Die raffinierten Boraxprodukte werden in der Keramik- und Glasindustrie, in der Landwirtschaft sowie für Glasfaserkabel und -isolierungen benötigt.

Am 09. Januar 2019 gab Orocobre bekannt, dass in einem der als Joint-Venture betriebenen Lithiumexplorationen, dem argentinischen Cauchari-Projekt, die Phase III Bohrungen erfolgreich abgeschlossen und lohnenswerte Lithiumanteile gemessen werden konnten. Hiermit beweist das Management einaml mehr einen "guten Riecher" in der Auswahl von Projekten.

Andere Lithiumexplorer – schon zu groß oder Penny-Stocks

Die weltweit größten Lithiumproduzenten sind SQM (Marktkapitalisierung ca. 13 Mrd. USD), Albemarle (ca. 10 Mrd. USD), FMC (ca. 11 Mrd. USD), sowie die chinesischen Produzenten Tanqi Lithium (ca. 6,5 Mrd. USD) und JIANGXI Ganfeng Lithium (ca. 5 Mrd. USD).

Gemeinsam ist diesen, dass sie bereits eine ausgewachsene Größe aufweisen und die Lithiumproduktion oft nur einen Teil des Gesamtumsatzes ausmacht.

Neben diesen Giganten gibt es auch eine Reihe von sehr kleinen Lithiumexplorern, deren Aktien sich zumeist im Pennystockbereich befinden und naturgemäß ein erhebliches Finanzrisiko ausweisen. Beispiele hierfür sind Standard Lithium Ltd. oder Pure Energy Minerals.

Insofern bewegt sich Orocobre hier in der Mitte. Orocobre weist eine Marktkapitalisierung von ca. 600 Mio. USD auf, bei einem Kassenbestand von 428 Mio. AUD (ca. 308 Mio. USD, 2018). Demgegenüber stehen allerdings auch langfristige Verbindlichkeiten i.H.v. 985 Mio. AUD (ca. 709 Mio. USD).

Für das Geschäftsjahr 2018 konnte ein Gewinn von 1,67 Mio. AUD ausgewiesen werden. Dieser beschert dem Unternehmen ein KGV von 160. Dies kann man jedoch auch positiv sehen, zeigt das Unternehmen trotz hoher Investitionskosten, dass es profitabel wirtschaften kann, im Gegensatz zu den allermeisten anderen kleinen Lithiumexplorern.

Chart

Der Preisrückgang beim Lithium war sicherlich auch ein Grund für die Konsolidierung des Aktienpreises vom Hoch, das im Januar 2018 knapp unter der 5-Euro-Marke erreicht wurde:

 

Im Bereich von 2 EUR gibt es allerdings eine Unterstützung, an der sich die Aktie momentan befindet. Spekulativ orientierte Investoren kaufen jetzt im Unterstützungsbereich um 2,00 EUR, mit einem Stop-Loss knapp unter 1,60 EUR.

Zusammenfassung und SWOT

Wer an die Zukunft von Elektromobilität glaubt, kann sich mit einer Positionierung in der Lithiumförderung exzellent positionieren. Neben den Giganten, deren Wachstumspotential naturgemäß beschränkt ist, gibt es nur wenige Möglichkeiten in kleinere Explorer zu investieren, die auch die notwendige Qualität aufweisen. Eine Möglichkeit ist die hier vorgestelte australische Orocobre Ltd., die man sich beim derzeitigen Aktienkurs um 2,00 EUR spekulativ ins Depot legen kann.

 

Stärken:

  • Lithiumprojekte mit hohem Potential
  • Kooperationen mit namhaften Partnern
  • lange Erfahrung des Managements
  • ausreichende Finanzierung vorhanden
  • Unternehmen zeigt, dass es profitabel wirtschaften kann, trotz hoher Investitionskosten

Schwächen:

  • bereits hohe Bewertung gemessen am KGV, aber auch am Kurs-Umsatz-Verhältnis
  • hohe langfristige Verbindlichkeiten

Chancen:

  • Lithiumnachfrage explodiert zukünftig
  • noch moderate Marktkapitalisierung
  • Übernahmekandidat
  • Wechselkursgewinne

Risiken:

  • Elektromobilität erfährt nicht die erwartete Nachfrage zukünftig, Lithiumpreise brechen ein
  • eine neue Batterietechnologie löst Lithium ab
  • allgemeine weltkonjunkturelle Risiken
  • Wechselkursverluste

 

Offenlegung von eigenen Positionen

Ich halte keine Position (direkt oder über Derivate) in der in dem Artikel behandelten Aktie.

Offenlegung von Geschäftsbeziehungen

Ich habe diesen Artikel selbst geschrieben und meine eigene Meinung wiedergegeben. Ich erhalte keine Vergütung für diesen Artikel (außer ggf. von Spekunauten). Ich habe keine Geschäftsbeziehungen mit einem der im Artikel genannten Unternehmen.

    Kommentare (3)

  • Da_Bua vor ungefähr 5 Monaten

    Schöner Beitrag, danke

  • RJ vor ungefähr 5 Monaten

    Vielen Dank für den guten Artikel.

  • schoeni82 vor ungefähr 5 Monaten

    endlich seit langen wieder ein Artikel und sehr interessant und informativ... vielleicht kommt diese Aktie in mein Portfolio...

    Ray123 vor ungefähr 5 Monaten

    Ja es ist echt ruhig hier geworden... leider!
    Dafür stimmt aber die Qualität der Beiträge nach wie vor - weiter so!

    schoeni82 vor ungefähr 5 Monaten

    Ja das stimmt. Die Qualität stimmt zumindest...