Der Cobalt-Schatz von Dobsina

07.12.2017 | Artikel über European Cobalt (AU000000EUC9) von i13

Zusammenfassung

  • Enormes Explorationspotential vorhanden
  • Bohrprogramm in vollem Gange
  • Gesicherte Finanzierung und erfahrenes Management
  • Hochgradige Cobalt-Funde auf dem Gebiet von Europas ehemals größter Nickel-Cobalt-Mine

Einschätzung

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Cobalt - Umfeld und Hintergrund

Elektromobilität und Energiespeichersysteme sind die Megatrends des kommenden Jahrzehnts. 
Auf der einen Seite haben nahezu alle Fahrzeughersteller bereits entsprechende Modelle auf dem Markt oder in der Entwicklung.

Auf der anderen Seite ist der von Tesla im November 2017 in Südaustralien fertiggestellte 100 Megawatt Batteriespeicher, welcher Strom aus erneuerbaren Energien zwischenspeichern und das Netz entlasten soll, lediglich ein kleiner Vorbote der zukünftigen Energielandschaft.

Beide Megatrends gehen einher mit einem stetig wachsendem Bedarf an Lithium, Cobalt und Nickel, welche für Lithium-Ionen-Akkus benötigt werden. 
Bei einer Marktdurchdringung von 100% Elektrofahrzeugen würde sich der Bedarf an allen Batteriemetallen vervielfachen.


 

Dabei wird bereits für 2017 ein Defizit von 900t Cobalt vorhergesagt. Entsprechend hat sich der Preis für das Metal seit 2016 verdoppelt, weitere Preissteigerungen werden bereits erwartet.


 

VW und BMW mühen sich, bislang vergeblich, um eine stabile Grundversorgung mit den begehrten Metallen. Der BDI warnt gar vor Rohstoffengpässen.

 

Die Trendkurve

Alle Technologien der Neuzeit beschreiten eine "S"-Kurve auf ihrem Weg zu 100% Marktanteil.
Die ersten 0-5% sind durch langsames, zähes Wachstum gekennzeichnet, ab dann nimmt die Marktdurchdringung in atemberaubender Geschwindigkeit zu.


 

An dieser Stelle hilft es, uns zu vergegenwärtigen, dass wir, trotz regionaler Ausnahmen (China, Norwegen), weltweit noch bei unter 1% Marktanteil an Elektrofahrzeugen stehen, von Energiespeichern ganz zu schweigen.

Das heißt, das größte Wachstum – auch bei allen damit verbundenen Rohstoffen – liegt also noch vor uns.

 

European Cobalt

 

Lassen wir uns vom Namen nicht täuschen: European Cobalt (EUC:ASX, ISIN: AU000000EUC9) ist ein an der ASX (Australian Stock Exchange) gehandeltes australisches Unternehmen, jedoch mit vollem Fokus auf Europa.

Besonderes Augenmerk legt der Explorer auf hochgradige, ehemalige Minen mit historischer Produktion, signifikantem Explorationspotential und bereits bestehender, gut ausgebauter Infrastruktur.

Neben je einem Projekt in Finnland und in Schweden, hält das Unternehmen zwei weitere in der Slowakei, von denen Dobsina, welches zu 100% im Besitz von EUC ist, das vielversprechendste und das mit zeitnahem Entwicklungspotential ist.

 

Dobsina - ehemalige Cobaltmine mit historischer Produktion

 

Dobsina (dt. Dobschau), eine kleine Bergbaustadt in der zentralen Slowakei, ist über ein gutes Eisenbahn- und Straßennetz hervorragend an bestehende und geplante Batterieproduktionsstandorte in ganz Europa angebunden.

In dem Gebiet um die Stadt wurden bereits seit dem 13. und bis ins 20. Jahrhundert hinein Kupfer-, Gold-, Silber- und Eisenerz gefördert.

1780 entdeckte ein sächsischer Minenbetreiber Cobalt und Nickel und entwickelte Dobsina im folgenden zum größten Produzenten in Europa.
1897 wurde die letzte Grube Zemberg geschlossen. Bis dahin wurden 430.000t Erz mit durchschnittlichen Graden von 4% Cobalt und 16% Nickel gefördert und zum Schmelzen nach England verschifft.

Höhere Konzentrationen erreichten Werte von bis zu 8% Co und 17% Ni, zusätzlich zu Mineralisierungen von 1-7% Cu und 200-900 g/t Ag im nördlichen (Zemberg-Theresien)-System.
Laut historischen Angaben erstreckt sich die Mineralisierung bei einer Streichlänge von 1500m über 300m Tiefe und 0,7-1,5m Breite.

Im südlichen (Georgi, Martini-) System wurden bei einer Streichlänge von 1,5km Grade von 2% Co und 28% Ni gemessen.

Das Gebiet wurde seit der letzten Grubenschließung nicht mehr erkundet, mit modernen Explorationsmethoden bietet sich hier ein riesiges Potential.

 


 

Exploration 2017 und Ausblick

European Cobalt ließ keine Zeit verstreichen: Im Mai 2017 wurden Tolga Kumova und Rob Jewson (als federführender Geologe) in den Aufsichtsrat berufen, im Juni bereits historische Grade von bis zu 3,5% Co durch Probeentnahme aus alten Stollen bestätigt.

Seitdem ging es mit hoher Schlagzahl weiter, jeden Monat wurden neue Ergebnisse veröffentlicht, welche auch entsprechend als Kurstreiber fungierten: Untersuchung der signifikanten Oberflächenmineralisierung mit Kanalproben bis zu 7.3% Co & 10.45% und der Abraumhalden (3,14 % Co), Vermessung dieser via LIDAR, erstes Diamant-Drillprogramm inkl. Wiederherstellung eines alten Stolleneingangs und erste Bohrungen untertage, schließlich Erweiterung der Streichlänge aller bekannten Adern von 3km auf insgesamt 26km.

Alle Ergebnisse können hier noch einmal nachgelesen werden.

 


Die Analysen aus dem ersten Bohrprogramm werden noch vor Jahresende 2017 erwartet.

In dieser hohen Geschwindigkeit soll es 2018 auch weitergehen: Zulassungsverfahren zur Wiederherstellung weiterer ehemaliger Stollen laufen bereits. Zudem soll das Bohrungprogramm über- und untertage, und die Erkundung über das ursprüngliche Lizenzgebiet hinaus ausgedehnt werden.

Eine überzeichnete Kapitalerhöhung im Dezember 2017 von 20 Mio. zum Preis von 0,20 AUD je Aktie sichert dabei nicht nur alle Unternehmungen bis Ende 2018 ab, sondern zeugt vor allem auch vom großen Vertrauen institutioneller Geldgeber in das Projekt.

 

Bewertung

Chart European Cobalt 2017


Seit Mai 2017 stieg EUC bereits 500% und weißt für einen Explorer eine relativ hohe Marktkapitalisierung von ca. 150M AUD auf, was m.M.n. jedoch bei dem Potential des Projektes noch immens unterbewertet ist.

Da es noch keine offizielle Ressource gibt, behelfen wir uns mit einer Schätzung:

Bei einer gesamten Streichlänge der bekannten Adern von 26.000m kombiniert mit 300m Tiefe und einer Breite von 1,1m (Durchschnitt aus 0,7 und 1,5m) kommen wir zu einer Ressource von 8,580,000 m³.

Bei einer Dichte von Cobalt von 8900kg/m³ und einem durchschnittlichen Gehalt von 4% ergäben sich 8.580.000 * 4% * 8.900 = 3.054.480t Co.

Bei aktuellen Marktpreisen von 65.000US$/t wären das US$ 198,541,200,000.

Selbst wenn wir "nur" mit einem Gehalt von 1% Cobalt rechnen und alle weiteren Erze (Silver, Nickel, Kupfer) ignorieren, kommen wir auf einen Wert des enthaltenen Cobalts von US$49,635,300,000.

Diese Schätzung ist lediglich Pi mal Daumen und alles andere als offiziell, zeigt aber bereits, in welcher Größenordnung wir uns bewegen ... zukünftige Preissteigerungen bei Cobalt noch vollkommen unberücksichtigt. Sollte das Explorationsgebiet, wie angekündigt, ausgeweitet werden und man auch dort fündig werden, könnte das vollkommen neue Bewertungskategorien erschließen.

Bei alle dem sollten wir uns noch einmal vor Augen halten, dass bereits Cobalt Grade von 0,5% Co als hoch gelten, die meisten Kupfer– und Cobalt Minen im Kongo kommen im Durchschnitt auf nicht mehr als auf eben genannte 0,5%.

Branchen-Highflyer Clean Teq und AUZ warten im Durchschnitt sogar mit nur 0,11 bzw. 0,13% auf, hier kann EUC einen wirtschaftlichen Vorteil ausspielen: Es muss schlicht viel weniger Erz bewegt werden, um die gleiche Menge Metal zu extrahieren.

 

Vergleich EUC mit Clean Tee und AUZ


Der Tolga-Faktor

Ein Schlüsselfaktor für den Erfolg eines Explorers ist auch immer sein Management und zum Schlüssel für den Erfolg von EUC könnte in der Tat Tolga Kumova werden, welcher seit Mai 2017 als Chairman mit an board ist.

Seit er 2013 als Gründungsmitglied bei Syrah Resources (ASX:SYR) einstieg und half, den größten Gaphitproduzenten der Welt aufzubauen, eilt ihm ein Ruf als Macher und Midas voraus:
In vier kurzen Jahren unter seiner Ägide, sammelte Syrah über 190 Millionen AUD von institutionellen Geldgebern und konnte seine Graphitemine in Mosambik schuldenfrei errichten. Es entwickelte zudem eine Weiterverarbeitungsanlage in den USA und ist auf dem Weg zu 1,5 Mrd. Marktkapitalisierung.

Seit seinem Ausstieg bei Syrah 2016 eilt er von Erfolg zu Erfolg: Von seinen Investments in sechs Small Caps an der ASX konnte jedes seitdem zwischen 100 und 600% zulegen.

Sein Fokus bei European Cobalt wird sein, in Bezug auf Marketing, Promotion, Finanzierung und Abnahmeverhandlungen die selbe erfolgreiche Strategie wie bei Syrah in Anwendung zu bringen.

 

Fazit

Eine historisch produzierende Mine mit nachgewiesenen hochgradigen Cobalt- und Nickelmineralisierungen und ausgebauter Infrastruktur nahe potentieller Abnehmer, massives Explorationspotential auf dem Lizenzierungsgebiet und darüber hinaus, eine gesicherte Finanzierung und ein erfahrenes und erfolgerprobtes Management, all das in einem Umfeld steigender Cobaltpreise ... European Cobalt hat das Potential, zu DER Cobaltstory auf dem alten Kontinent zu werden.

Können die Bohrergebnisse die historischen Grade und die oberflächennahen Samples bestätigen, steht weiteren Kurssprüngen nichts mehr im Wege.

 

Informationen:

Offenlegung von eigenen Positionen

Ich halte eine Long-Position (direkt oder über Derivate) in der in dem Artikel behandelten Aktie.

Offenlegung von Geschäftsbeziehungen

Ich habe diesen Artikel selbst geschrieben und meine eigene Meinung wiedergegeben. Ich erhalte keine Vergütung für diesen Artikel (außer ggf. von Spekunauten). Ich habe keine Geschäftsbeziehungen mit einem der im Artikel genannten Unternehmen.

    Kommentare (4)

  • RJ vor über 1 Jahren

    Sehr guter Artikel, gefällt mir sehr gut. Weiter so !

  • Thor77 vor über 1 Jahren

    Sehr guter Artikel denke das Kobalt zu den Top´s im Jahr 2018 gehören wird.

    i13 vor über 1 Jahren

    Das wird es ... als ich den Artikel begonnen habe zu schreiben, war der Preis für das Metal noch bei 65000 US$/t, bei der Veröffentlichung hat er schon 75000 US$/t erreicht.

    Erst diese Woche wieder: BMW sieht eine Verzehnfachung des Bedarfes bis 2025

    https://www.bloomberg.com/news/articles/2017-12-15/bmw-sees-10-fold-jump-in-its-need-for-battery-materials-by-2025

    Thor77 vor über 1 Jahren

    Schau dir mal Cobalt 27 an ist so quasi ein Cobalthändler

    i13 vor über 1 Jahren

    Hab ich schon auf dem Schirm, hatten gerade eine erfolgreiche Kapitalerhöhung über 85M US$.
    Der Vorteil bei dieser Art Unternehmen ist, man profitiert von steigenden Preisen, hat aber nicht das Risiko, welches normalerweise mit einem Invest in Juniors verbunden ist.
    Andererseits sehe ich bei Juniormindern größeres Renditenpotential.

    Thor77 vor über 1 Jahren

    Absolut richtig da sie selber keine Minen haben minimiert sich das Risiko. Dafür haben sie halt weniger Potential als ein Explorer bzw Produzent. Cobalt 27 ist halt eher ne defensive Variante.

  • Ray123 vor über 1 Jahren

    Kobalt zählt neben Uran in diesem Jahr zu den spannendsten Rohstoff-Storys!
    Gelungene Analyse und interessanter Artikel!

    Ray123 vor über 1 Jahren

    Wer der englischen Sprache mächtig ist, kann auch hier gerne noch einen Blick auf diese Seite werfen: http://www.proactiveinvestors.com.au/companies/news/188155/european-cobalt-attracts-20-million-for-nickel-cobalt-project-in-slovakia-188155.html

    Ray123 vor über 1 Jahren

    Habe noch einen interessante Webseite gefunden, die sich ausschließlich mit dem Rohstoff Cobalt beschäftigt. Lesenswert!
    https://www.technik-einkauf.de/ratgeber/rohstoffe/rohstoff-kobalt-blauer-shooting-star/

    i13 vor über 1 Jahren

    Auch immer interessant um auf dem Laufenden zu bleiben: Matt Bohlsen bringt auf Seeking Alpha monatliche Cobalt news mit den wichtigsten Entwicklungen auf dem Markt als auch zu einzelnen Cobalt Producern und Developern.

    https://seekingalpha.com/author/matt-bohlsen/articles#regular_articles

    Von ihm kam übrigens auch die Inspiration zu meinem ersten Tip hier "Katanga Mining", der je nach Einstieg dieses Jahr schon mehrere 100% gemacht hat.

    Ray123 vor über 1 Jahren

    Vielen Dank für die Info @i13, den Matt Bohlsen kannte ich bislang noch gar nicht :)

  • GrandmasterD vor über 1 Jahren

    Fein, fein... GrandmasterD gefällt dieser schöne Artikel!